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Harry's Dev Cell paper is out!

published on Jun 23 2014

Harry's paper was published today in Developmental Cell - congratulations! get your free copy today!
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press release (Kohlwein, Schober-Trummler)
Sie sind so dünn wie die Hülle einer Seifenblase - und trotzdem von lebenswichtiger Bedeutung: Biologische Membranen, 10.000 Mal dünner als ein menschliches Haar, bilden die physiologische Barriere aller Zellen. Sie regeln somit auch den Austausch zwischen Innen- und Außenwelt unserer Körperzellen. Das Grundgerüst aller Membranen besteht aus einer sehr komplexen Mischung verschiedener Fettstoffe, von denen Cholesterin und Lecithin allgemein bekannte Vertreter sind. Membran-bildende Fette und Speicherfette (die sich bisweilen unangenehm an Bauch und Hüften bemerkbar machen) werden aus gemeinsamen Vorstufen, u.a. aus Fettsäuren, aufgebaut. Diese stammen entweder aus der Nahrung oder werden von Körperzellen selbst gebildet. Ist das fein abgestimmte Gleichgewicht gestört, kann es zu Fettstoffwechselstörungen wie Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 kommen. Der Spezialforschungsbereich SFB LIPOTOX und zahlreiche andere Forschungsprojekte weltweit versuchen daher die grundlegenden Mechanismen der Regulation von Fettsäureaufnahme und -Stoffwechsel zu verstehen.
Die Arbeitsgruppe von Sepp-Dieter Kohlwein vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz hat in der aktuellen Ausgabe des hochrangigen Fachmagazins Developmental Cell bedeutsame Erkenntnisse auf diesem Gebiet publiziert. Dem Team ist es gelungen, einen speziellen Mechanismus zu entschlüsseln, mit welchem Zellen auf erhöhte Fettsäureproduktion reagieren. Im wichtigen Modellsystem Hefe konnten die Forscher zeigen, dass die vermehrte Bildung von Fettsäuren zu einem Anstieg der Speicherfette führt, während die Membranfette überraschenderweise nicht in ihrer Menge sondern nur in ihrer Zusammensetzung verändert werden. Es wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der dafür sorgt, dass die Membranfett-Synthese trotz des Überangebots an Fettsäuren so adaptiert wird, dass die Membranfunktion und somit das Überleben der Zellen gewährleistet sind.
Aus dieser Arbeit lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass Fettpölsterchen nicht nur unangenehme Nebenerscheinung übermäßiger Nahrungsaufnahme sind. Vielmehr übernehmen sie eine lebenswichtige Funktion, indem sie einen Überfluss an Fettsäuren abpuffern. Da zwischen Membran- und Speicherfetten eine enge physiologische Wechselbeziehung besteht, können Störungen im Speicherfettstoffwechsel somit große Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Funktion der Zellmembranen haben. Wird die empfindliche Balance zwischen Speicher- und Membranfetten gestört, kann dies zur Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen oder Krebs beitragen. Biologische Membranen sind noch viel dünner als der sprichwörtliche "seidene Faden" und dennoch hängt unser körperliches Wohlergehen ganz entscheidend von ihrem Funktionieren ab.
Die Arbeit wurde im Rahmen des BioTechMed Graz Verbundprojektes und mit Unterstützung durch NAWI Graz und durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Projekt LIPOTOX, durchgeführt.



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